Unsere Stadt. Unser Wochenende! Wie eine Stadt die eigenen Einwohner zum Urlaub lädt

veröffentlicht in Bremen Bremerhaven Deutschland Reisen Restaurant Unterwegs am 30. Januar 2018

[Werbung – die Kosten für Hotelübernachtung und Essen wurden übernommen]

Wie es ist, in der eigenen Stadt Urlaub zu machen, habe ich euch bereits erzählt, als ich vor einiger Zeit im Atlantic Hotel Sail City hier in Bremerhaven war. Damals habe ich einfach so meine Tasche gepackt und bin mit dem Rad losgefahren. Letztes Wochenende war ich wieder in meiner eigenen Stadt unterwegs, jedoch mit dem Bus und dem Wissen: ganz viele weitere Bremerhavener sind dieses Wochenende ebenso zu Gast in ihrer Heimat.

Im Zuge der Aktion „Unsere Stadt. Unser Wochenende!“ durfte ich in Kooperation mit der Erlebnis Bremerhaven, dem Stadtmarketing, ein Wochenende Touri spielen. Ich habe nicht nur woanders übernachtet, ich habe auch außer Haus gegessen und touristische Attraktionen der Stadt angeschaut. Über diese Attraktionen möchte ich euch im nächsten Blogpost erzählen, der noch diese Woche kommt. In dem heutigen Post soll es besonders um die Aktion, meine Übernachtung im Hotel und das Abendessen im Weinrot gehen.

Bei bestem Bremerhavener Wetter – etwas Nieselregen, ziemlich diesig und eisiger Wind –, bin ich Freitag gegen Nachmittag in den Bus gestiegen. Mit der 505 bin ich sechs Haltestellen gefahren, um am Ziel anzukommen. Für die Nacht auf Samstag war das Nordseehotel mein Gastgeber und mein zu Hause. Ein gemütliches, warmes Zimmer erwartete mich bereits. Es war furchtbar angenehm, wie die Wärme mich umhüllte, als ich ins Zimmer kam, dabei aber nach draußen in die Kälte schaute. Das Hotel liegt mitten in der Stadt, direkt am Beginn der Innenstadt. Ich hatte nicht nur Blick auf das große Stadttheater sondern auch auf meine Hochschule. Ein bisschen wehmütig wurde ich, muss ich zugeben, da ich noch einen Tag zuvor meine letzte Vorlesung des Bachelor Studiums hatte. Seit etwas mehr als drei Jahren bin ich nun in der Stadt und habe sie im Laufe der Zeit doch sehr lieb gewonnen. Umso schöner finde ich, wie sich hier nicht nur um den Tourismus und die von außerhalb kommenden Gäste gekümmert wird, sondern auch um die Menschen vor Ort. Viele Bremerhavener Hotels, Restaurants und Attraktionen haben letztes Wochenende mit offenen Armen die Bürger der Stadt eingeladen und empfangen.

Die Aktion „Unsere Stadt. Unser Wochenende!“ fand bereits das dritte Mal statt. Nachdem 2015 und 2016 nur Hotels und Museen beteiligt waren, kamen im letzten Jahr auch einige Restaurants hinzu, die ein spezielles Stadtgericht oder -menü anbieten. Das Prinzip ist einfach:

  • 10 Euro pro Stadtgericht/Gang des Menüs in den Restaurants (heißt, 30 Euro pro Person bei einem 3-Gänge-Menü)
  • 2 für 1 oder 50 % Rabatt in vielen touristischen Attraktionen, in zwei Museen sogar kostenfreier Eintritt für Bremerhavener
  • 10 Euro pro Stern, Person und Nacht in den teilnehmenden Hotels.

Als kleines Rechenbeispiel: eine Nacht im Nordseehotel für zwei Personen (3 Sterne) = 3*1*2*10 Euro, 3-Gänge-Menü im Weinrot für zwei = 3*2*10 Euro, Fahrt mit dem Hafenbus 2 für 1, Eintritt in das Deutsche Auswandererhaus 2 für 1 = 60 Euro + 60 Euro + 11,50 Euro + 14,80 Euro = 146,30 Euro, also 73,15 Euro pro Person. Das finde ich für ein Wochenende Auszeit wirklich mehr als fair. Wenn man nur ein Stadtgericht in einem Restaurant nimmt und dafür zwei Nächte im 3-Sterne-Haus, kommt man auf 10 Euro mehr pro Person und hat sogar noch eine Nacht mehr außerhalb des eigenen Alltags.  Und das Angebot wird gut genutzt! Nachdem 2016 in den Hotels noch 90 Betten angeboten wurden, waren es 2017 schon 150 Betten. Ich finde, daran erkennt man auch, wie interessiert die Bremerhavener an ihrer Stadt sind. Das Angebot wird gut angenommen.

Die Idee stammt nicht aus Bremerhaven. Auch andere Städte haben diese Aktion bereits bei sich angeboten, aber hier trägt sie ebenso Früchte. Ich finde sogar, dass es besonders hier fast notwendig ist, so etwas anzubieten. Als Zugezogene habe ich oft das Gefühl, dass viele Einheimischen gar nicht wissen, welche schönen Seiten diese Stadt zu bieten hat. In den regionalen Medien wird hauptsächlich über schlimme Ereignisse gesprochen, wenn man in den Bus einsteigt, bekommt man Unfälle und Verbrechen in den Nachrichten um die Ohren gehauen und im Fernsehen wird immer nur über Lehe, den ärmsten Stadtteil Deutschlands, gesprochen. Dabei hat Bremerhaven echt tolle Ecken zu bieten und das touristische Angebot kann von jedem genutzt werden und bietet so viel Mehrwert! Aber ich glaube, so langsam kommt dieser Gedanke an. Die Stadt entwickelt sich sehr gut, auch Lehe. Es wird viel dafür getan, dass sich jeder hier wohl fühlt und diese Wochenend-Aktion trägt sicher nur Gutes dazu bei. Und wer weiß: vielleicht gibt es im kommenden Jahr dann sogar noch mehr Betten an die Bremerhavener zu vergeben.

Ich durfte das 3-Gänge-Menü im Weinrot genießen. Das Restaurant gehört zum Hotel Haverkamp und befindet sich im gleichen Gebäude. Ich habe das Restaurant nie wirklich für mich in Betracht gezogen. Ich dachte immer, es sei eher etwas für Betuchte, eher für eine ältere Zielgruppe, nicht für mich. Ich wurde jedoch eines Besseren belehrt. Schon das Menü, welches ich vorab bekam, war sehr modern und nicht klassisch, wie erwartet. Zur Vorspeise gab es eine Apfelcremesuppe mit Räucherlachs und dann eine Art Bagel-Burger wahlweise mit Seehecht oder Schweinebraten und Kartoffelecken. Der Nachtisch, das „Double Choc“ war eine Variation aus Schokoladeneis und Schoko-Crumble mit Kirschschmand, war dann der kröhnende Abschluss. Wie viele von euch wissen, bin ich echt nicht so der Fan von süßen sachen, aber hier habe ich den ersten Bissen genommen und meine Geschmacksnerven richtig gekribbelt. Ich musste sofort lächeln. Der Nachtisch hat mich richtig glücklich gemacht. Natürlich nicht nur! Alle Gänge waren wirklich sehr lecker und handwerklich hervorragend zubereitet! Der Fisch war auf den Punkt gebraten und vom Service will ich gar nicht erst anfangen, das würde in einer Lobeshymne enden. Wir hatten einen wirklich sehr lieben, älteren Kellner, der mit Witz und Charme etwas Druck aus der Unsicherheit mit der Hochwertigkeit und der schicken Atmosphäre genommen hat. Wirklich locker wurden wir dann vor allem, als auch noch der Chef des Hauses vorbei kam, den ich mir nun wirklich ganz anders vorgestellt hatte. Martin Seiffert hat 2014 das Haus von seinen Eltern übernommen und bringt seitdem richtig Schwung in die Bude. Schaut euch mal den Instagram Account @hotelhaverkamp an, dann wisst ihr, was ich meine.

Das Essen war so gut, dass danach nur noch ein Spaziergang durch die Kälte und ein Wein auf dem Hotelzimmer halfen, um eine angenehme Bettschwere zu bekommen. Die Nacht trotz der Innenstadtlage recht ruhig und auch die benachbarte Diskothek hat man kaum wahrgenommen, wenn das Fenster nicht gerade auf war. Krönender Abschluss der Übernachtung war dann morgens das Frühstück, welches selbstverständlich im Preis inbegriffen ist – in allen Hotels. Das Frühstück wird nicht vom Hotel selbst sondern vom benachbarten Havenbäcker bzw. der Brot Bar zubereitet. Das umfangreiche Buffet bietet wirklich alles, was man sich wünschen kann. Kaffeespezialitäten gibt es aus dem Automaten, frischen Kaffee aus der Kanne am Tisch. Neben den gängigen Klassikern wie Rührei, Bacon, Marmeladen und verschiedener Brötchen, gab es auch einige Fischsalate, Mett und sogar Pancakes sowie gefüllte Pfannkuchen. Ich habe an dem Tag das Mittagessen ausfallen lassen, weil ich mich einmal auf das Buffet gestürzt habe. Ich bleibe wohl immer eine kleine Buffet-Fräse … aber man muss ja auch mal alles probiert haben, wenn man schon mal da ist. Nach dem Frühstück und Check-Out ging es dann auch erst einmal nach Hause, bevor ich am Nachmittag den Hafen erkundet habe. Dazu aber beim nächsten Mal mehr.

Da es für dieses Angebot nur ein bestimmtes Kontingent gibt und einige Restaurants die Stadtgerichte auf Nachfrage anbieten, wird zuvor auf einer Buchungsplattform gebucht. Knapp einen Monat hat man dafür vorher Zeit gehabt. Startschuss war der 18. Dezember und eine Woche vor der Aktion wurde die Buchung geschlossen. Somit blieb für alle genügend Zeit, alles vorzubereiten. Für ganz Kurzfristige ist die Aktion „Unsere Stadt. Unser Wochenende!“ also nichts. Wem eine Woche jedoch spontan genug ist, der kann sich das Angebot im kommenden Jahr ja mal anschauen. Wenn ich dann noch hier wohnen sollte, werde ich bestimmt mal mit Freunden essen gehen oder mir eines der Museen anschauen, die ich nun noch nicht kenne.

Wie mein Wochenende weiter ging, erfahrt ihr dann im kommenden Blogpost und ich freue mich schon darauf, euch einige Ausdrücke vom Hafenbus und dem Auswandererhaus geben zu dürfen. Ich bedanke mich herzlich bei der Erlebnis Bremerhaven für die enge Zusammenarbeit für diese Aktion und die Einladung zu solch einem besonderen Wochenende.

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1 Kommentar

  • Antworten Dörte Behrmann 1. Februar 2018 um 09:28

    Liebe Mareike,
    herzlichen Dank, dass du dich so freudig und neugierig für diese Aktion begeistern ließt. Als „Zugezogene“ bist du genau die Seestädterin, deren überzeugtes Fan-sein Bremerhaven so gebrauchen kann. Wie es scheint, gibt es auch für dich noch viel zu entdecken! Dann mal los! 🙂

    Liebe Grüße von Dörte Behrmann
    Pressereferentin Erlebnis Bremerhaven GmbH

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