Reiseendefazitsgedanken

veröffentlicht in Reisen am 20. Oktober 2012

Ich denke hiermit beende ich nach einer weiteren Pause meine Reiseberichte.
Es fehlt theoretisch noch ein Bericht aus Dortmund und noch ein weiterer von den letzten Tagen mit dem Lieblingsjungen, doch ich möchte niemanden mit langweiligem Geschwafel abschrecken und ermüden. Die letzten zwei Wochen meiner Reise wurden vor allem durch liebe Menschen gefüllt, tolle Gespräche und mit viel Zeit der zuvor fehlenden Ruhe.
Hiermit möchte ich ein Fazit ziehen und die vergangene Zeit in Zahlen ausdrücken.

Insgesamt habe ich bei 27 Zielen etwa 7600km hinter mich gelegt. Von ca. 26 Stunden Fahrt waren knapp 3 Stunden Verspätung. Die größte Verspätung war hierbei eine Stunde auf dem Weg nach Freiburg, Platz zwei belegt die Fahrt von Berlin nach Dinslaken, bei der schon der erste Zug 40 Minuten Verspätung hatte. Die übrige Zeit verteilt sich auf die restlichen Fahrten und übersteigt hierbei aber nie mehr als 15 Minuten.
Angenommen, ich wäre die gleiche Strecke mit dem Auto gefahren, hätte ich mehr als das doppelte an Zeit benötigt.
Das am häufigsten besuchte Bundesland war Nordrhein-Westfalen.
Hätte ich die Fahrten auch ohne meinen Deutschland Pass gemacht, hätte ich 1125,35€ bezahlt (auf den Normalpreis der Bahnfahrten bezogen). Somit habe ich abzüglich des Passes, des Ferietickets und nicht abgedeckter Teilfahrten 984,35€ „gespart“.

Ein Fazit zu ziehen ist nicht wirklich einfach. Insgesamt war diese Reise ein einmaliges Erlebnis. Ich habe viele Menschen kennengelernt, die ich ohne diesen Pass wohl nie hätte treffen können und habe Städte gesehen, in denen ich sicher nicht das letzte Mal gewesen bin – Offenburg ausgeschlossen.
Mir persönlich wurde das Zug fahren nach einiger Zeit zu viel. Ich war es Leid, wieder in den Zug einzusteigen, auf Abfahrtszeiten und Umstiege angewiesen zu sein und in einigen Städten nichts als den Bahnhof sehen zu können. Hierzu muss ich allerdings sagen, dass Uelzen den schönsten Bahnhof hat, dicht gefolgt von Frankfurt und Berlin, die auch an sich einen Besuch wert sind. Auch Wiesbaden hat sicher einen schönen Bahnhof, wären nicht die Bauarbeiten. Die hässlichsten Bahnhöfe habe ich mit Sicherheit in Offenburg, Duisburg, Dortmund, Oldenburg und Dinslaken gesehen, hier möchte ich nicht lange auf meine Anschlusszüge warten müssen. Den besten Bäcker gibt es im Übrigen immer noch in Hannover.
Auf all den Fahrten habe ich schon nach einer Woche die meiste Zeit mit Schlafen verbracht – wer mir also einen Gefallen tun will, schenkt mir vor Beginn der nächsten Reise ein Nackenkissen oder Massagen. Doch in der Zeit, in der ich wach war, konnte ich wundervolle Aussichten genießen. Am Rhein entlang schlängeln sich die Weinberge und Burgen, von Hannover Richtung Ruhrgebiet hat man einen wundervollen Blick auf die Kassler Berge und kurz vor Hamburg hat man immer einen tollen Blick auf den Hafen und die Elbe.
Die ganze Reise war „anders“ und „alternativ“, aber auch „zu viel“ und „nicht einprägsam“. Irgendwann zog alles an mir vorbei und ich konnte kaum noch Erlebnisse und Eindrücke aufnehmen, ich war irgendwie voll und habe mich trotzdem leer gefühlt, weswegen mir zwei freie Tage bedingt durch Krankheit ganz nahe kamen. Die beste Zeit hatte ich in NRW in Umgebung meiner Lieblingsmenschen. Dort konnte ich ich selbst sein und entspannen, einfach mal die Füße hochlegen und bei guten Gesprächen die Seele baumeln lassen.
Dass ich die ungeplante Fahrt durch ganz Deutschland ausfallen ließ, bereue ich noch immer ein bisschen. Gerne hätte ich einen Tag Städte gesehen, die ich sonst nicht gesehen hätte, weil ich einfach in den Zug gestiegen wäre, ohne das Ziel zu kennen, doch letztendlich wäre ich dann wieder auf Zeiten angewiesen gewesen, hätte kaum etwas außer der Bahnhöfe gesehen und hätte wohl die meiste Zeit im Schlaf verbracht.
Ich empfehle jedem bei Gelegenheit mal solch eine Erfahrung zu machen und auch, wenn ich einige negative Erlebnisse hatte und irgendwann kaum noch etwas von den Fahrten wahrgenommen habe, werde ich mir wohl auch im kommenden Jahr einen Pass holen, einfach, um Menschen zu besuchen und vielleicht Orte zu sehen, die ich in diesem Jahr ins Herz geschlossen habe.

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1 Kommentar

  • Antworten Sarah W. 4. November 2012 um 12:55

    Toll geschrieben! Ich mag es wie du ein Fazit über die ganze Zeit ziehst und berechnest wie lange du gereist bist. 🙂 Ich habe dank des Deutschland Passes auch einen lieben Menschen kennengelernt. Wir waren zusammen in Freiburg und ich war genau 3:20 h unterwegs, aus der Schweiz bis nach Deutschland.
    Geniesse deinen Tag! 🙂

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