{Privates} Meine Zukunftsplanung hat die Taschen gepackt … und nun?

veröffentlicht in Uncategorized am 8. September 2013

Ihr Lieben, ich habe lange überlegt, ob ich diesen Post überhaupt schreibe, da es doch sehr persönlich ist, aber ich wurde durch einige in meinen Überlegungen bestätigt und bin es auch langsam Leid, meine Situation immer wieder erklären zu müssen. Vor allem bei Twitter reichen die 140 Zeichen nun mal nicht aus. Für diejenigen, die es nicht interessiert, habe ich dieses mal den Beitrag geteilt. Ich bin niemandem böse, wenn er den Post nicht liest, ich würde mich aber freuen, zumal ich gerne weitere Stimmen hören würde. 

Kurz zur Vorgeschichte: nach dem Abi war mir relativ klar, dass ich gerne ein FSJ machen würde. Am liebsten wollte ich in den kulturellen Bereich, doch da das Bewerbungsverfahren bei einem kulturellen Jahr ziemlich eigenartig und aus meiner Sicht nicht wirklich durchdacht war, schaute ich mich noch mal nach einem FSJ um. Ich stieß im Internet auf den Träger für NRW, denn dorthin wollte ich unbedingt, und bewarb mich für das Jahr 2013/2014. Ich bekam eine Einsatzstellenliste, bewarb mich bei einigen Stellen, bekam auch einige wenige Vorstellungsgespräche und wartete dann ab. Wie man das halt so macht. Eine Stelle wollte mich unbedingt, die wollte ich aber eher weniger (die Stelle an sich schon, aber nicht den Ort), die andere war noch in der Bewerbungsphase, also musste ich Stelle1 erstmal vertrösten. Als Stelle2 dann endlich zusagte, jubelte ich, sprang an die Decke und war glücklich. Nun musste ich nur noch eine Wohnung finden.

Ich also los, Besichtigungsmarathon an einem Samstag im August und auch eine Wohnung, die mir sehr zusagte. Diese hatte ich dann auch so gut wie sicher (dachte ich, aber das ist eine ganz andere Geschichte), doch nur zwei Tage nach meiner Zusage kam ein Anruf der Stelle. NRW habe zu viele Stellen, die Zuschuss brauchen, daher werden nicht alle bezuschusst, also stände es nicht wirklich fest, ob ich überhaupt dort ein FSJ machen könne. Viel geweint, Wohnung abgesagt, wieder an Punkt Null. Nach ein wenig Hin und Her hatte ich dann aber doch einige Tage später die Zusage und die offizielle Bestätigung. »Mareike macht vom 1.9.2013 bis 31.8.2014 ein FSJ bei Stelle2.« Yippie! Also wieder Wohnungssuche. Zu irgendwas mussten meine Ferien ja gut sein. Mülheim, Düsseldorf, Duisburg. Die Besichtigung in Düsseldorf war ein Albtraum, der Verwalter grub mich an und die Wohnung war dreckig wie sonst was, Mülheim wunderschön, groß, aber zu teuer und nicht so zentral und Duisburg: die perfekte Wohnung, nah am Bahnhof, Aldi, Lidl und weitere Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe, bezahlbar, aber acht Bewerber. Und die Vermieter waren noch zwei Wochen im Urlaub.

Ich war ja eh schon spät dran, aber mit der Warterei auf die Vermieter wurde alles noch kurzfristiger. Trotzdem ging dann alles gut, die Wohnung ist nun meine und häuslich eingerichtet habe ich mich auch schon. 
Zwei Tage vor Umzug, Einzug und Wohnungsübergabe war ich noch bei Stelle2, habe meinen Vertrag unterschrieben und meine Arbeitszeiten für den ersten Arbeitstag ausgemacht. Montag 11 Uhr sollte es losgehen.

Montag 9:30 Uhr. Eine E-Mail. Man könne mich nicht als FSJlerin nehmen. Man müsse mir absagen, man könne sich nicht an die FSJ-Richtlinien halten (was eigentlich schon vorher feststand und weswegen man mir gar nicht erst hätte zusagen sollen, aber nun gut). Meine Welt zerbrach. Eineinhalb Stunden vor Arbeitsbeginn. Ich wusste vorher, dass es eventuell zu Schwierigkeiten kommen könnte, doch auf meine Nachfrage versicherte man mir, diese intern regeln zu können. Drei Tage vor Arbeitsbeginn ging ich noch mal auf Nummer sicher, fragte nach und bekam noch die Antwort »Du BIST unsere FSJlerin und du bekommst auch die Vergütung, die dir zugesagt wurde.« Ja … und da haben wir nun die Misere.
Ich bin alleine in einer fremden Stadt, habe Kosten auf mich genommen, um umzuziehen, muss irgendwie meinen Lebensunterhalt finanzieren, stehe aber ohne irgendwelche Absicherung da, denn der Vertrag, den ich einige Tage vor FSJ-Beginn unterschrieben habe, ist nie beim Träger angekommen, der den eigentlich noch hätte unterschreiben müssen. Und nein, ich habe natürlich kein Exemplar, da ja alle drei Exemplare noch zum Träger mussten. Ich vermute, sie wurden gar nicht abgeschickt, aber ich will auch niemandem etwas unterstellen …

Um es einmal ein wenig deutlich zu machen: meine Miete zahlen meine Eltern, ebenso wie Strom und Gas, dafür bekomme ich kein Taschengeld. Für mein FSJ hätte ich etwas weniger als 400€ bekommen sollen. Davon sollten Telefon, Internet, mein Nahverkehrsticket und natürlich der Lebensunterhalt (Essen, Trinken, nötige Kleidung, …) bezahlt werden. Allein für Telefon, Internet und Ticket komme ich monatlich auf ca. 100€. Geld, welches ich derzeitig einfach nicht habe. Und warum? Ja … warum eigentlich?!
Und mir geht es dabei nicht mal nur um das Geld! Klar, das macht mir unheimlich viele Sorgen; ich weiß einfach nicht, wie ich diesen Monat vernünftig wuppen soll, auch, weil ich schon einiges an Geld in den Umzug gesteckt habe, aber auch emotional macht es mich unglaublich fertig.

Ich lebe das erste Mal in meinem Leben alleine, 400km von zu Hause weg, meine Eltern sind nicht einfach so greifbar und ich habe unglaubliche Angst, keine Alternative zu finden. Diese Unsicherheit macht mich ziemlich kaputt und ich weiß echt nicht, wie ich die Last stemmen soll, das macht mich wirklich krank. Wäre mein Freund nicht in der Nähe und seine Familie, die mich sehr unterstützt, ich wüsste nicht, ob ich vielleicht schon viel früher aufgegeben hätte. 
Wie es jetzt weiter gehen soll? Ich weiß es nicht. Ich habe noch einige Stellen angerufen, bekam aber überall Absagen. Zwei Anrufe und ein weiterer Anruf beim Träger, der mich zum Glück sehr unterstützt und ebenso entgeistert war wie ich, stehen noch aus, aber ich muss gestehen: Hoffnung habe ich langsam keine mehr.

Trotzdem möchte ich gerne einen Aufruf starten. Ich weiß, wie viel Kraft das Internet haben kann und wie vernetzt wir mittlerweile alle sind. Ich weiß, dass irgendwer irgendwen kennt, der mir vielleicht helfen kann, der vielleicht eine Idee hat, der mir vielleicht sagen kann, dass ich noch irgendeine Sicherheit habe, auch ohne Vertrag oder vielleicht auch nur jemand, der mich mit ein paar positiven Worten stärken kann. Ich brauche ab Oktober eine neue Stelle. Erneut umziehen kommt nicht in Frage. Ich brauche etwas in der Nähe von Duisburg (Düsseldorf, Essen, Mülheim, …, mit der Bahn gut erreichbar), etwas, was für mich auch einen guten Ersatz zu meiner eigentlichen Wunschstelle darstellt. Ich würde gerne weiterhin ein FSJ machen, welches kulturell geprägt ist, etwas mit Planung und Organisation zu tun hat und ich könnte mir auch vorstellen, mit Jugendlichen und Kindern zu arbeiten. Ich kann mir aber auch vorstellen, ein Praktikum im Bereich des Eventmanagements oder in der PR-Branche zu machen. »Irgendwas mit Medien« würde mir auch gefallen. Einzige Voraussetzung: ich muss meine laufenden Kosten bezahlen können, ein unbezahltes Praktikum kommt für mich nicht in Frage. Das ist auch gar nicht frech gemeint, es ist einfach nicht anders möglich. Ich kann kein ganzes Jahr von Luft und Liebe leben.
Warum ich nicht einfach jobbe? Weil ich meine bisherige Ausbildungslaufbahn nicht abbrechen möchte, weil ich mich fortbilden möchte, weil ich erst mehr Erfahrungen sammeln möchte.

Ich hoffe, ich konnte einen Überblick über meine Situation verschaffen und habe vielleicht irgendwo jemanden erreicht, der/die eine Idee, einen Hoffnungsfunken, gute Kontakte oder ein gutes Herz hat. 
Ich möchte euch auch darum bitten, diesen Post zu verbreiten, damit ihn möglichst viele Menschen lesen, da bin ich ganz ehrlich. Alleine weiß ich einfach nicht mehr weiter.
Fühlt euch gedrückt.

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18 Kommentare

  • Antworten common morpho 9. September 2013 um 11:05

    Diesen Post werde ich auf jeden Fall an alle weiterleiten, von denen ich glaube, dass sie dir helfen können.
    Ich hoffe, dass sich wieder alles ins Gute wendet.
    Ich drück dir die Daumen.

    Amanda.

  • Antworten Anonym 9. September 2013 um 11:58

    Gebe dir den Rat, wenn es gar nicht mehr anders geht, dich zu einem Arbeitsrechtler vor Ort zu begeben und dir dort mit einem Bertaungsschein zumindest eine Erstberatung geben zu lassen!
    Alles Gute!
    Grüße
    Evelyn

  • Antworten schattenmosaik 9. September 2013 um 12:01

    Ich weiß leider nichts bezüglich Arbeit; ich wohne in der Schweiz und habe einfach nicht die nötige Verbindung zu DE, aber ich habe retweetet und wünsche dir ganz, ganz viel Glück und Kraft für die nächste Zeit. Das klingt abgedroschen wie sonst was, aber ich glaube immer daran, dass schlussendlich alles gut wird. Ich drück dir die Daumen. <3

  • Antworten Anonym 9. September 2013 um 12:20

    Sorry, ich kann Dir leider nicht helfen.
    Nichtsdestrotrotz behalt den Kopf oben und kämpfe weiter…
    nur die toten Fische schwimmen mit dem Strom.
    Alles Gute für die Zukunft!

    t-holy

  • Antworten Anonym 9. September 2013 um 12:27

    Uhm… nen 'Breakdown' weil mal was schief geht? Dann viel Spass mit den sadistischen Einfällen die das Leben sonst noch so zu bieten hat.

    Dein Vorstellungen, vor allem 'irgendwas mit Medien' zu machen oder 'irgendwas kulturelles-soziales' teilen vermutlich zu viele Leute, als dass du da was kurzfristiges findest, noch dazu wenn du dich selbst so begrenzt und einen Umzug usw. ablehnst.

    Sollte sich nichts ergeben, dann wäre es zu empfehlen doch jobben zu gehen (besser als nur rumsitzen auf jeden fall). Ein Sabbatical einzulegen ist ja fast schon standard (wenn auch vll. nicht unbedingt schon nach dem Abitur).

    Mal über Work & Traval nachgedacht? (wäre dann natürlich mit Standortwechsel verbunden.)
    Was sollte nach dem FSJ kommen? Uni? Da kannst du auch schon was tun (wird dann allerdings vermutlich unbezahlt sein).
    Aufjeden Fall mal das Jobcenter kontaktieren. Die sollten eigentlich da auch vermittelnd weiterhelfen oder zumindest ne Liste mit Ansprechpartnern zur verfügung stellen können.

  • Antworten Anonym 9. September 2013 um 13:50

    Ich habe zwar keine Patentlösung für dich, und meine Idee ist auch etwas zu weit südlich im Rheinland, aber:
    Ich habe selbst ein FSJ im Kulturellen gemacht, und zwar im Museum Ludwig in Köln. Das war aber eher Handwerklich. Ich weiß daher aber auch, dass das benachbarte Wallraff-Richartz-Museum eine FSJlerin in der Verwaltung hatte. Ich weiß nicht, ob diese Stelle immer noch existiert oder einer der zahlreichen Kürzungen zum Opfer gefallen ist, aber wende dich mal an den hiesigen Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes an der Bottmühle. Das war unser Träger damals. Oder an die Museen selbst. Ich hoffe, das hilft dir etwas weiter.

  • Antworten Vanessa 9. September 2013 um 14:13

    Also erstmal: Fühl dich gedrückt!
    Dass man so kurz vor knapp ne Absage bekommt, geht gar nicht. Ich verstehe gar nicht, wieso du den Vertrag als erstes unterschreiben musst. Ich hab den schon von Träger und Einsatzstelle unterschrieben bekommen und konnte somit direkt ein Exemplar behalten. Aber so ist das ja mal mega blöd :/

    Was deinen Wohnort angeht, kenn ich mich natürlich leider nicht aus, was du da machen könntest. Ich kann dir nur empfehlen, einfach mal die Initiative zu ergreifen. Frag nach, mach dich schlau. Erkundige dich, was es an sozialen Einrichtungen in deiner Umgebung gibt und was du für sie tun kannst. Um deutlich zu machen, dass du Geld brauchst, kannst du deine Situation eventuell erläutern.

    In Duisburg gibt es zum Beispiel auch die Lebenshilfe e.V.
    Bei denen könntest du auch ein FSJ machen, sehe ich gerade: http://www.familienzentrum-duisburg.de/cms/a216.det.Berufsvorbereitendes-Soziales-Jahr-BSJ.htm

    Das ist alles, was ich dir in diesem Moment sagen kann. Ich drücke dir ganz doll die Daumen! Du packst das schon 🙂

    Liebe Grüße
    Vanessa

  • Antworten Anonym 9. September 2013 um 15:40

    Im Schauspiel Köln gibts bezahlte Hospitanzenstellen. Ist nicht ganz stressfrei, deswegen haben die eigentlich immer Bedarf an "Frischen". Einfach mal anrufen und zu allen Abteilungen, die dich interessieren, durchfragen und aufdringlich sein. (PR, Marketing, Dramaturgie, Ausstattung, etc.)

  • Antworten Bergi 9. September 2013 um 16:47

    Ruf doch mal bei der Lebenshilfe (http://www.familienzentrum-duisburg.de) an, die sind, zumindest was ich so erfahren habe, ganz offen.

  • Antworten Anonym 9. September 2013 um 18:24

    Zuallererst: Das ist ja echt unglaublich ätzend, wie das gelaufen ist. Du hast mein Mitleid und ich drücke die Daumen!

    Also ich finde zuerst; Gib die Hoffnung nicht auf. So wie du dich bisher schlägst, machst du das super! Du sollst sicher nicht tatenlos auf den Anruf vom Träger warten, aber es ist sehr gut möglich, dass der dir helfen kann, vielleicht auch dabei, einen Ersatz zu finden.
    Dann gibt es noch 2 Punkte:
    Moni-Jobs: Ich kann deine Sorge verstehen, dass du dich weiterbilden willst und vielleicht in der Zeit auch genauer herausfinden willst, wohin es dich zieht. Aber es gibt viele gut bezahlte Stellen, bei denen du eben nur ein paar Stunden in der Woche arbeiten musst. Damit kannst du zumindest deine Kosten hinsichtlich Internet, Telefon, Essen und Klamotten decken. Es ist nicht viel Zeitaufwand und du könntest nebenher ein un- oder schlecht bezahltes Praktikum in einem Bereich deiner Wahl machen. Zumindest für den Anfang, bis du mit dem Rest "in Fahrt" kommst wäre das eine gute Brücke. Das führt dich direkt zum nächsten Punkt,
    Praktika: Ein Seminarleiter meinte mal: Unbezahlte Praktika sind Zeitverschwendung. Wenn du das später in deinem Lebenslauf angeben willst um etwas Eindruck zu schinden, kann das schnell ins Gegenteil umschlagen, denn viele sagen: "Wenn du selbst nicht glaubst, dass deine Arbeit etwas wert ist, ist sie auch für uns nichts wert." Also sei ruhig etwas 'dreist' und sag ihnen auch gerne direkt, dass du deine Kosten damit decken musst. Und bewerbe dich am besten bei größeren Firmen, die haben am ehesten das Budget dazu. Welche Firmen da für dich in Frage kommen, musst du natürlich selbst herausfinden. Viele haben dann einen Online-Stellenmarkt, aber lass dich davon nicht einschüchtern. Schreibe den Verantwortlichen E-Mails, an wen du dich am besten wenden kannst, oder schicke Initiativbewerbungen.

    Ich wünsche dir viel, viel Glück! Ich bin mir sicher, du bekommst das hin. Sei stark und selbstbewusst, so kommst du voran. 🙂
    Viele Liebe Grüße
    D.

  • Antworten Das Internett 10. September 2013 um 01:05

    Liebes Mädchen auf der Reise,

    deine Geschichte ist sehr bewegend und es macht mich wütend, wie mit dir umgegangen worden ist, besonders in Anbetracht dessen, dass dies Gesellschaft 2013 ist. Ich kann mehr als verstehen, dass dieses Erlebnis dich aus der Bahn wirft und du nun nicht weißt wie weiter. Du hast das Internet um Hilfe gebeten und dein Twitteraccount zeigt schon nen Haufen replys – ob aber einer deiner über 1000 Follower (wow, soviele hab ich nicht) dir deine Stelle und Zukunft servieren kann – wir werden sehen.
    Bis dahin möchte ich dir folgendes raten:

    1) Weiteratmen
    Es ist normal, dass du verängstigt bist und überfordert damit was nun weiter passieren soll. Angst und Panik sind aber keine guten Ratgeber. Deswegen atme weiter – hör dir selber dabei zu – komm zurück zur Ruhe… das ist ganz wichtig und hängt auch mit 2. zusammen:

    2) Achte auf dich selbst
    Gerade in Situationen, die einen so heftig umwerfen ist dies besonders wichtig. Wut, Trauer, Tränen – das gehört dazu und darf auch sein – trotzdem ist es von fundamentaler Bedeutung, dass du dich um dein eigenes Wohlbefinden kümmerst (noch bevor du dich um deine Zukunft kümmern kannst, kümmere dich um deine Gegenwart)
    Schläfst du genug, so gut es geht? Bewegst du dich? Isst du gesund/genug/zuviel Unsinn? Trinkst du ausreichend oder nur Junk/Kaffee/Süßkram? Wenn du dich betrinken willst – irgendwie verständlich, aber übertreib es nicht.

  • Antworten Das Internett 10. September 2013 um 01:07

    So – nach diesen Basics folgt
    3) Finanzen
    Du sagst es geht dir gar nicht ums Geld – trotzdem schreibst du von Kosten, die du nicht weißt wie du bestreiten wirst. Das geht ein paar Wochen gut, dann wirds schwierig und dann relativ schnell dramatisch. Verschaffe dir einen guten Überblick über Ausgaben (hast du ja schon durchgerechnet) und potentielle Einnahmequellen. Du sagst du willst nicht jobben – reconsider this. Du kannst jeden Minijob auf der Stelle wieder aufgeben, wenn sich der Kulturtraum verwirklicht. Es gibt tausende Möglichkeiten für freundliche Menschen: ob du Klamotten sortierst, an der Kasse stehst, Bagel schmierst, Zeitungen durch die Gegend trägst, Kaffee kochst, Treppenhäuser wischt oder was auch immer dir einfällt. Wenn es so ist wie du schreibst und du nicht weißt wie es weiter finanziell hinhauen wird, überlege dir, was du tun kannst (nicht das was du tun möchtest – das ist ja das Kulturdings – es geht drum etwas zu tun um Geld zu verdienen)

    Es gibt in Sachen Geld, wenn du jobben tatsächlich völlig ausschließen solltest noch weitere Möglichkeiten – hier kann dir das örtliche Sozialbürgerhaus weiterhelfen. Wenn du noch nicht 21 Jahre alt bist kannst du auch zum Jugendamt gehen. Dort sitzen Leute, die sich mit allen möglichen Zuschüssen vom Harz übers Bafög, vom Wohngeld über Zuschüsse in besonderen Lebenslagen auskennen.
    Dazu noch eine zeitliche Einschätzung: bis von dort Geld kommt hast du 100x schneller in einem Laden bei dem das Schild "Aushilfe gesucht" hängt den Job bekommen.
    Denk daran: dieser Job wird nur zwischenfinanzieren.

    4) Aktiv in Sachen Zukunftstraum
    Nutz das Geld für Telefon und Handy: google die ganze Region auseinander, mach ein Brainstorming zu allem was Alternativen sind – viele Anregungen kamen dazu ja auch schon im Twitter. Schick nicht nur eMails – ruf die Leute an. "Hallo, hier ist das Mädchen auf Reisen – ich bin auf der Suche nach … und habe mich gefragt ob ich da bei Ihnen richtig bin"

    5) Bleib nicht an dem Kleben was hier jetzt schief gegangen ist – das auf was du dich konzentrieren solltest ist nicht welches beschiss* Unrecht dir angetan wurde und wie sehr deine Erwartungen enttäuscht worden sind, obwohl du alles bereit warst zu geben – einen Umzug auf dich genommen hast und jetzt in einer neuen Stadt sitzt. Du sitzt in einer neuen Stadt! Wie aufregend! Fang an sie zu entdecken und anzukommen – sprich in Cafes mit Leuten – die sind zwar voll reallife, aber es kann sich lohnen. What you focus on get's bigger – erzähle ihnen also nicht überwiegend davon welche A*geigen bei Stelle 1 und 2 waren, sondern von deinen Kulturträumen

    Es wird dir vielleicht nicht gefallen, aber es gibt vielleicht noch eine weitere Sache, die du abklären solltest, falls nicht schon passiert: Bist du noch Krankenversichert, jetzt wo du keine FSJ-Stelle angetreten hast und nicht mehr im Haushalt deiner Eltern lebst, aber auch keine Ausbildung gerade hast? In dieser Frage hilft vermutlich wie immer das Internet 😉 aber im Zweifelsfall direkt mit der Kasse abklären (anrufen!)

    Liebes Mädchen – bitte beruhige dich und glaub weiter an dich selbst. Du hast so viel geschafft und denkst gerade, dass es für die Katz war – ist es aber nicht. Wenn man auf Reisen ist, passieren manchmal schlimme Dinge. Man weiß in der Krise selten, was sie für Veränderungen auslösen wird. Gewiss ist, dass die Veränderung da ist. Deswegen: siehe 1 etc.

    Viel Glück
    Dein Internet

    • Antworten Anonym 10. September 2013 um 20:07

      6) hingehen und den Leuten mal kräftig vors schienbein treten!

  • Antworten Kleinmy 10. September 2013 um 12:14

    Gibt es bei dir eine Diakonie? Da hab ich FSJ gemacht und war super zufrieden. Die sind auch einigermaßen spontan und flexibel 🙂 Und zahlen (zumindest hier in HH) am besten.

  • Antworten corina 10. September 2013 um 19:05

    Hi, schicke dir mal liebe Grüße von uns!! Es gibt ja bekanntlich immer eine Lösung und wer weiß wofür diese ganze Misere gut war, hat bestimmt einen positiven Sinn. Du bist klug und taff, daher muß man sich eigendlich keine Sorgen um dich machen. Aber wenn alles nicht mehr geht, kommst du nach hause, hier bist du sehr gefragt!! Toi, toi, toi!!

  • Antworten Lotta 11. September 2013 um 13:39

    Hej,
    ich wünsche dir zu erst mal ganz viel Kraft!
    Du wirst bestimmt noch etwas bekommen!
    Ich kenne auch einige die ihr FSJ im Kindergarten/ Grundschule gemacht haben!
    Ist zwar nicht unbedingt mit Medien bzw. deinen anderen Wünschen verbunden, aber zumindest wäre das noch einmal eine Alternative.
    Ansonsten vielleicht noch in Ausstellungsräumen/ Museen.
    Liebst Lotta

  • Antworten Anonym 12. September 2013 um 06:57

    Guck dich einfach mal nach einem Offenen Kanal oder Bürgerradio/Bürgerfunk in der neuen Umgebung.

    Dort kann man oft auch ein FSJ machen und macht sogar etwas mit Medien.

    Aus meiner Erfahrung im nördlichen Raum gibt es oftmals spontan freie Stellen, da die Bewerber kurzfristig absagen.

    Viel Erfolg!

  • Antworten Namidh 14. September 2013 um 08:13

    Ich kenne mich rechtlich nicht sehr gut aus, aber gibt es nicht gewisse Rechte und Pflichten im Zuge von Vertragsanbahnungen? Gut, wird eventuell nicht viel nutzen, fiel mir aber so ein.

    Dein Anliegen habe ich natürlich retweeted.

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