Peking – Einkaufszentren und Pearl Market

veröffentlicht in China Peking Reisen am 20. Februar 2017

Jeder kennt diese kleinen Aufdrucke auf allerlei Produkten mit „Made in China“, die meistens eine geringe Wertigkeit voraussetzen. Von der Logik her war mir eins klar, wenn ich nach Peking fliege: einige Produkte, die ich hier für teures Geld kaufen kann, obwohl nur „Made in China“ drauf steht, dürfte ich dort preiswerter bekommen. Ich war besonders auf der Suche nach Ladekabeln für mein Handy – ich habe die große Angewohnheit, diese regelmäßig zu schrotten – und nach schnellen Speicherkarten für meine Kamera. Zudem habe ich die Angewohnheit, jedes Mal einen örtlichen Supermarkt zu besuchen, wenn ich in ein neues Land reise. Und genau darum soll es heute und das nächste mal gehen: einkaufen in China. Angefangen mit dem allgemeinen Shopping.

In Peking gibt es keine typische Innenstadt, wie wir es auch deutschen Städten kennen, sondern vor allem Einkaufszentren, die über die ganze Stadt verteilt liegen. Direkt um die Ecke der Wohnung, in der ich in der Zeit gelebt habe, war das Solana, ein kleines Shoppingdorf, was sehr niedlich gestaltet ist und in dem zu dem Zeitpunkt, zu dem ich vor Ort war, ein Lichtfestival war, so dass man abends von der Wohnung aus ein buntes Lichtermeer sah. Eine weitere Mall, die ich besucht habe, ist das Taikoo Li Sanlitun, das direkt an die Bar Street angrenzt. In allen Shoppingcentern gibt es die gängigen Läden, die man in Europa auch findet – H&M, Esprit, Nike, etc. Auch die Preise unterscheiden sich nicht wirklich von den deutschen und sind zum Teil sogar teurer als in Deutschland. Natürlich hat man vor Ort auch ein paar asiatische Geschäfte, die man allerdings mit einigen europäischen Ketten vergleichen kann. Ebenso wie bei uns kann man in den meisten Malls etwas essen und hat die Möglichkeit, den Ort mit der örtlichen U-Bahn oder dem Bus zu erreichen.

Abseits vom allseits bekannten Mainstream-Konsum gibt es auch Zentren, die außergewöhnliche Geschäfte, Maßschneidereien oder Beauty Salons beherbergen. Angrenzend an die Bar Street ist das 3.3, in dem wir bei Lily Nails einem Beautytag eingelegt haben. Für umgerechnet knapp 30 Euro kann man sich bei einer Mani- und Pediküre mit Farbe für die Nägel entspannen und sich verwöhnen lassen. Ich habe mich selten so tiefenentspannt gefühlt. Gerade, da ich zuvor viel unterwegs und angeschlagen war, tat es richtig gut, sich in den weichen Sesseln nieder und die Zeit verfliegen zu lassen.

Wer abseits von den herkömmlichen Shoppingcentern mal etwas besonderes erleben möchte, sollte zum Pearl Market fahren. Im HongQiao Pearl Market kann man auf fünf Etagen kaufen, was woanders meist deutlich teurer ist. Sicherlich, über die Echtheit muss man hier nicht sprechen und auch bei der Qualität muss man immer wieder aufpassen, aber von bekannten Uhren mit gestreiftem Textilband für 15 Euro bis hin zu Taschen von bekannten Designern für unter 100 Euro, findet man dort alles. Im Erdgeschoss gibt es neben Elektronik und Uhren auch Schals, Mützen, Seidenprodukte und Co. In der zweiten Etage findet man dann Handtaschen, „Markenklamotten“, Koffer und noch mehr Seidenprodukte, bevor man in der dritten Etage von Souveniers, Stempeln, Drucken und Co. überschüttet wird. Ebenso beginnen hier die Schmuckstände, die sich bis in die fünfte Etage erstrecken und immer etwas exklusiver werden. Doch auch hier gilt: die Preise sind nicht mit europäischen Preisen zu vergleichen. Eine Perlenkette mit echtem Perlmutt kostete uns dort beispielsweise um die 20 Euro.

Aber aufpassen: man wird von allen Seiten angequatscht und die Händler setzen oft deutlich höhere Preise an, als von Einheimischen verlangt wird. In der Regel kann man den Preis auf ein Drittel drücken und sollte grundsätzlich nach dem Airline Preis fragen, da Stewardessen oder Piloten noch einmal einen anderen Preis zahlen. Außerhalb, hinter dem Markt, gibt es auch den ein oder anderen Optiker. Wer eine Brille braucht, sollte dort einmal vorbei schauen. Für ein Gestell mit Gläsern mit Stärke zahlt man roundabout 20 bis 40 Euro, je nach Dioptrien. Für eine Gleitsichtbrille sind es um die 70 bis 80 Euro. Die Gestelle sind zwar trotz Marken-Aufdruck nicht unbedingt echt, aber durchaus in guter Qualität. Wer mich bei Insta-Stories begleitet hat, weiß auch, wie zufrieden ich letztendlich war.

Zusammengefasst, ist shoppen in Peking also gar nicht so aufregend und auch nicht unbedingt preiswerter. Natürlich gibt es aber ein paar Highlights wie den Pearl Market, den man nicht verpassen sollte. Man sollte sich auch nicht scheuen, mal in kleinere Geschäfte zu gehen. Und meine Vorhaben? Speicherkarten habe ich nun letztendlich nicht gekauft, da sie sich zum deutschen Preis kaum unterschieden haben. Mit Ladekabeln habe ich mich nun aber erst einmal zugedeckt. Ein bis zwei Euro pro Kabel war einfach sehr reizend.


Solana
No.6 Chaoyang Garden Road
Chaoyang District
Peking 100125


Taikoo Li Sanlitun
19 Sanlitun Rd
SanLiTun, Chaoyang Qu
Peking 100004




Lily Nails – 3.3
33 Sanlitun Rd
SanLiTun, Chaoyang Qu
Peking 100027


Hongqiao Pearl Market
9 Tiantan E Rd
Dongcheng Qu
Peking 100061


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2 Kommentare

  • Antworten Jenni KuneCoco 23. Februar 2017 um 21:16

    Yay, ein Chinapost! Ich bin schon ganz gespannt auf weitere. Ich war bisher nur einmal kurz für einen Umsteige-Aufenthalt dort und hab leider nicht so viel von der Stadt gesehen… Und zum Shoppen kam ich auch nicht. 😀 Daher sehr spannend, was du so berichtest.

  • Antworten Oli 25. März 2017 um 23:08

    Hüstelhüstel… Peking hat keine Innenstadt? Ich lese ja viel Bizarres zu China, aber das ist nun doch eine etwas sehr gewagte Bebauptung! Also, alles innerhalb der zweiten Ringstrasse ist eine typische Innenstadt mit kleinen Gassen, vielen kleinen Läden und Boutiquen.

    Der wichtigste Tipp zum Shopping in China ist: Mach einen Bogen um die Shopping Malls. Wenn du in Läden wie C&A oder Uniqlo unterwegs bist, zahlst du logischerweise ähnliche Preise wie in Deutschland. Sind ja auch die gleichen Produkte. Dazu kommt, dass Vorzeige-Malls wie das Solana, das Sanlitun Village usw. ziemlich überteuert sind.

    Der PearlMarket ist günstig wenn du die Preise kennst und mit den Leuten hart verhandelst. Ich hab mit da mal Hosen für 25 Yuan gekostet, bei denen das erste Abgebot bei etwa 300 Yuan lag. Ich kann immer nur empfehlen: Wer nicht einigermassen chinesisch spricht, sollte nicht in diesen Markt. Das Problem sind ja nicht nur die hohen Preise, sondern auch die schlechte Qualität.

    Für günstige Kleider empfehlen sich die Märkte etwas südwestlich von der Metrostation Xizhimen. Die werden kaum von Touristen besucht und sind preislich hervorragend. Die Qualität ist unterschiedlich, aber wenigstens zahlst du für ein Wegwerfprodukt nicht viel.

    Für alles war mit Elektronik zu tun hat, sind die Elektromärkte in der Nähe von Zhongguancun erste Adresse. Das Einkaufen ist etwas nervig, aber sehr günstig wegen der vielen Konkurrenz. Für Kameras gehst du zur U-Bahnstation Wukesong, da gibts einen riesigen Markt, den vor allem Profi-Fotografen nutzen. Zum Grossteil Schmuggelware aus Hongkong.

    Schreib mir, wenn du wieder nach Peking gehst, dann kann ich dir vorher ein paar Tipps geben.

    Gruss,
    Oli

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