Wie ich mir trotz Laktoseintoleranz das Leben mit ganz viel Käse überbacke

veröffentlicht in Persönliches Sponsored Wissenswertes am 13. Februar 2017

Heute geht es um ein Thema, welches mir schon lange am Herzen liegt, weil es lange Zeit nur belächelt wurde. Nun ist es mittlerweile zwar zum Alltag geworden, aber noch immer wissen viele nicht genügend zu diesem Thema, um vernünftig damit umzugehen.

Es ist nun circa sieben Jahre her, dass ich in der Schule einige Fehlzeiten angehäuft habe, weil ich wegen Bauchschmerzen und Übelkeit früher nach Hause gegangen bin. Fast täglich hatte ich Schmerzen. Meine Ärztin sagte mir damals, dass ich wohl eine Magenverstimmung hätte – das käme mal vor. Als ich nach einer Woche noch immer keine Verbesserung spürte, wies eine Freundin mich darauf hin, ich solle mal überprüfen lassen, ob ich irgendwelche Unverträglichkeiten hätte. Drei Wochen später saß ich zwei Tage in Folge im Krankenhaus und testete meinen Körper auf Fructose- und Laktoseunverträglichkeit. Und was soll ich sagen: in einem Wettbewerb für den höchsten Wert an H2 im Atem nach Einnahme der Laktoselösung, hätte ich definitiv den ersten Platz bekommen. Mein Testwert war damals fünfmal so hoch wie der Toleranzwert und damit stand fest: ich bin laktoseintolerant. Damals wurde das noch als „Hipsterkrankheit“ belächelt, Tabletten waren in der Apotheke sehr teuer und man bekam gerade mal laktosefreie Milch im Einzelhandel. Mittlerweile hat sich all dies sehr stark verändert.

Aber was ist Laktoseintoleranz eigentlich? Kurz gesagt: hierbei handelt es sich nicht um eine Allergie sondern um eine Unverträglichkeit. Der Körper entwickelt nicht genügend vom Enzym Laktase, um die Laktose, den Milchzucker, aus Milchprodukten im Darm in seine beiden Zuckerbausteine zu spalten. Da Milchzucker als „Ganzes“ nicht vom Körper aufgenommen werden kann, sammelt er sich im Darm an. Folge davon sind z.B. Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall und weitere Beschwerden.

Knapp 15 Prozent der Deutschen leiden an einer Laktoseintoleranz und im Handel gibt es mittlerweile fast alles in einer laktosefreien Variante. Aber braucht man all diese Produkte wirklich? In den letzten Jahren habe ich meine Ernährung bezüglich der Laktose sehr stark überdacht. Ich liebe Milchprodukte! Ich kann gar nicht ohne Milch, Joghurt und Käse. Vor allem Käse! Was wäre das Leben, wenn man es nicht mit Käse überbacken könnte? Also kaufte ich laktosefreien Käse, Milch, Quark, Frischkäse, etc. Gar nicht nötig, wie ich im Laufe der Jahre erfahren habe.

Ab unter 0,1 Gramm Laktose pro 100 Gramm zählen Produkte als laktosefrei. Eine Vielzahl an Milchprodukten enthält durch den natürlichen Reifeprozess allerdings auch nur wenig bis kaum Laktose und zählen deswegen zu den laktosearmen Produkten. Dazu zählt vor allem Hart- und Sauermilchkäse wie beispielsweise Emmentaler, Harzer, Parmesan oder ähnliche Sorten und Butter, die in den meisten Fällen ohne Probleme vertragen werden. Auch Weichkäse hat in vielen Fällen durch die natürliche Reifung nur wenig Laktose. Sollte man allerdings sehr empfindlich sein, sollte man auch hier aufpassen. Ich habe beispielsweise bei Käse keinerlei Probleme und habe mit der Zeit auch gelernt: wenn ein Käse keine Kohlehydrate hat, vertrage ich ihn ohne Probleme, denn bei Käse sind Kohlehydrate = Zucker = Laktose = Milchzucker. Eine Ausnahme ist fertig geriebener bzw. geraspelter Käse, dem oft Stärke zugesetzt ist, welche auch zur Gruppe der Kohlehydrate gehört. Zudem sollte man bei Laktoseintoleranz auch ausprobieren, Joghurt zu essen, denn bei ihm wird die Laktose durch die Milchsäurebakterien teilweise zersetzt und ist so für Viele verträglich. Bei mir kommt es tatsächlich auf die Sorte an – ich probiere noch immer.

Ihr seht also: Laktoseintoleranz ist gar kein Problem und man ist in vielen Fällen nicht mal auf die teureren laktosefreien Produkte angewiesen, sondern kann auf ganz übliche Milchprodukte aus dem Handel zurückgreifen. Und wenn man doch einmal laktosefreie Milch oder Joghurt möchte, gibt es diese mittlerweile auch schon beim Discounter oder bei Supermärkten von der Eigenmarke und von diversen anderen Marken.

Mich würde sehr stark interessieren: habt ihr eine Laktoseintoleranz? Wie habt ihr gelernt, damit umzugehen und zu welchen Produkten greift ihr?

Mehr Informationen über Milch bekommt ihr online bei der Kampagne Milchtrinker, bei Instagram oder Facebook.

*Dieser Artikel entstand in Kooperation mit der Kampagne Milchtrinker. Vielen Dank für die Zusammenarbeit!

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2 Kommentare

  • Antworten daniela 1. März 2017 um 10:12

    Ich habe zwar keine Laktoseintoleranz, aber dafür eine Histamin-Intoleranz. Auch dabei ist es nicht so leicht, Lebensmittel zu ersetzen. Es ist, wie bei dir, oft ein ausprobieren und natürlich braucht es einige Zeit die richtigen Produkte für sich heraus zu finden. Aber wenn die Symptome besser werden, verzichtet man oft auch gern und wie du schreibst, gibt es mittlerweile ja viele Produkte und Unternehmen, die sich darauf einstellen und passende Produkte produzieren.

    Liebe Grüße,
    Daniela

  • Antworten einfachamarie 1. März 2017 um 14:03

    Das mit den minus-L Produkten ging bei mor am Anfang auch noch oder normale Milch und die Tabletten…mittlerweile leider nicht mehr…Man könnte mal als hochsensibles Messgerät einsetzten 😉 Mich nervt dass man immernoch etwas belächelt wird…Als sei alles Einbildung und man in manchen Geschäften/Cafés etc sogar Falschaussagen bekommt (wenn man extra nachfragt ob da und da Milch etc drin sei.
    Kochen daheim ist kein Problem aber auswärts immer ein Umstand

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