Meerweh – drei Tage an der Ostsee

veröffentlicht in Deutschland Mecklenburg-Vorpommern Ostsee Reisen am 24. Mai 2016

Für den Geburtstag meiner Mama hatten sich mein Papa und ich etwas Besonderes ausgedacht. Wir wollten gemeinsam ans Meer fahren. Als Überraschung. Meine Mama hasst Überraschungen. Sie mag es nicht, keine Kontrolle zu haben, nicht zu wissen, was sie braucht und wo es hin geht. Aber da sie sowas auch gerne mal mit uns macht, waren wir dieses Mal an der Reihe. Meine Aufgabe war es dabei, eine Ferienwohnung zu finden. Über Pfingsten. Bis circa 250 Euro. Für zwei Nächte und drei Personen. In der Hauptsaison. Ich habe zwei Wochen lang gesucht und mehr als nur einmal laut mit den Fäusten gegen die Wand gehauen und geflucht. In der Hauptsaison eine Wohnung zu finden, die nicht zu teuer und vor allem schön und in Meernähe ist, ist gar nicht so einfach. Ich stieß jedoch sehr schnell auf eine Wohnung, die all meinen Anforderungen entsprach. Mit Blick aufs Meer, wundervoll eingerichtet und mit einer Schlafcouch, die meinen Rücken nicht schon vor Anreise aufheulen ließ. Als ich die Bilder sah, wusste ich aber schon irgendwie, dass es diese Wohnung niemals werden wird. Ist ja gar nicht in unserem Budget! Denkste! Ha! Ich habe die Wohnung angefragt und siehe da, sie war noch frei und absolut in unserem Budget. Ich bin durch die Wohnung gehüpft. So eine wunderschöne Unterkunft hatten wir bei unseren Reisen noch nie. Und dann auch noch mit Meerblick und abseits von den Touriorten. Ein Traum.

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Samstag ging es los. Mama hatte noch immer keine Ahnung, wo es hingehen sollte. Nicht mal, dass wir an die Küste fahren, wusste sie. Papa fuhr extra in die falsche Richtung los. So ist er. Ich saß grinsend neben ihm. Pokerface ist ganz und gar nicht meine stärke und ich wusste, was er vor hatte. Mama hatte ihre schlechte Laune aber mittlerweile abgesetzt und ein „ist mir egal“-Modus angeschaltet. Das war mir quasi auch egal. Ich wusste ja, dass sie wenig begeistert davon ist, wenn Vater und Tochter was aushecken, aber ich wusste noch viel mehr, dass es ihr dort, wo wir hinfahren werden, gefallen würden. Unser erstes Ziel war Karls Erdbeerhof in Rövershagen. Ein riesiger Erlebnishof für groß und klein mit vielen Attraktionen. Einige kosten etwas, andere nicht. Man kann aber auch eine Tageskarte kaufen und dann den ganzen Tag alle Attraktionen nutzen. Für Kinder ist das super. Da kann man sich richtig austoben und als Erwachsener durch den Shop bummeln oder einen frischen Erdbeerkuchen genießen. Ich habe mich an dem Tag für die kostenfreien Attraktionen entschieden. Ich war ja schließlich bei unserer kleinen Reisegruppe das Kind und hatte einen riesigen Spaß an Ponys und Ziegen streicheln, Klettergerüst nutzen und Kartoffelsackrutsche ausprobieren. Gerne wäre ich auch noch in die Eisskulpturenausstellung (mit Eintritt) gegangen, das war meinen Eltern aber einfach zu kalt. Memmen! Wir entschieden uns dann noch für ein leckeres (wenn auch ziemlich ungewürztes) Spargelessen vom Buffett und nahmen Erdbeermarmelade in allen möglichen Variationen mit. Außerdem aß ich noch ein Erdbeer-Stracciatella-Eis (OMG ich will mehr!) und nahm eine Schale frische Erdbeeren mit (na, hat es geschmeckt? Zu Hause? In Lüneburg. Weit weg von mir?). Und dann ging es auf durch den Warnowtunnel auf die andere Seite von Rostock nach Börgerende-Rethwisch an unser letztendliches Ziel. Eine kleine Ferienwohnung im Villenviertel, die sich ganz arg in mein Herz geschlichen hat. Und was soll ich sagen: ich könnte von nun an immer dort Urlaub machen.

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Wir wurden ganz lieb begrüßt und herumgeführt. Meine Vorstellungen wurden absolut erfüllt und sogar übertroffen. Die Wohnung sah nicht nur genau wie auf den Fotos aus, sie war auch absolut sauber und bestens ausgestattet. In den Schränken gab es Wein- und Sektgläser für sechs Personen, es waren genügend Teller und Tassen da und sogar Kleinigkeiten, die mein Foodfotografie-Herz haben höher schlagen lassen. Man sah förmlich, dass die Wohnung mit ganz viel Herz eingerichtet wurde. Und das Meer? Von allen Fenstern und der Terrasse aus sichtbar. Das Wetter war zwar beschissen, aber ich war glücklich. Meer. Von morgens bis abends. Nur einen Katzensprung entfernt. Und ein Strand, der ohne Promenade auskam. Nur ein kleiner Stichweg durch das Gebüsch leitete uns zum Meer und auch, wenn durch den Regen eh wenig los war, wusste man genau, dass dies auch bei gutem Wetter keiner dieser überlaufenden Strände ist.

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Im gegenüberliegenden Haus ist nicht nur der Tiefgaragenstellplatz, der zu der Wohnung gehört, sondern auch ein kleiner Kiosk, bei dem man morgens frische Brötchen bekommt, eine Pizzaria und eine Eisdiele. Und naja. Die wohl beste Konditorei, in der ich je war. Bei Ottilie bekommt man nicht nur kleine Croissants, Tartes und leckeren Kaffee sondern auch die hübschesten und leckersten Törtchen überhaupt – zu unglaublich fairen Preisen. Wir haben uns für ein Stück Zitronen-Tarte, ein After-Eight-Törtchen und ein Quark-Törtchen in der Art eines Käsekuchens entschieden und saßen dabei an der Theke mit Blick in die Konditorei und konnten, während wir die Törtchen genossen haben, dabei zusehen, wie weitere Leckereien erschaffen und verziert wurden. Es ist wirklich ein kleines Kunstwerk, was dort aus der Küche kommt und ich hätte am liebsten noch sehr viel mehr Zeit dort verbracht.

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Da das Wetter so schlecht war, haben wir nur wenig an Ausflügen unternommen und viel Zeit mit Essen und Entspannen verbracht – muss ja auch mal sein. Auf dem Fischmarkt in Warnemünde haben wir uns frisch geräucherten Fisch geholt und abends ging es nach Nienhagen ins Landhaus Brückner. Dieses bekamen wir bei Anreise empfohlen und gleiches kann ich jetzt tun. Hin da! Es war so gut! Und vom Preis-Leistungs-Verhältnis sehr angenehm. Ich selbst hätte es wohl nie gewählt, aber gut. Man lernt ja immer dazu. Die Speisen waren alle sehr frisch, heiß und das Personal hatte ein Tempo drauf! Wahnsinn. Meine Mama hatte zur Vorspeise einen Spargelsalat, der kam kurz nach der Bestellung schon und kaum war ihr Teller abgeräumt, kamen schon unsere drei Hauptspeisen – eine Fischplatte, eine Scholle und ein Salat mit Obst und frisch gebratener Hähnchenbrust.

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Was soll ich sagen? Eigentlich haben wir die Tage über nur gegessen und geschlafen, mehr hat das Wetter einfach nicht zugelassen, aber trotzdem war ein ein wundervoller Urlaub und ich habe es sehr genossen. In der Umgebung gibt es aber sehr viel zu entdecken, weswegen wir sicherlich noch einmal wiederkommen werden. Rostock und Warnemünde sind ca. 20-30 Minuten Fahrt und in Bad Doberan ist man in 15 Minuten – dort kann man auch super alles einkaufen, was man für ein paar Tage braucht. Einige Supermärkte haben sogar Sonntags auf. Mit dem Fahrrad kommt man in 10 Minuten nach Heiligendamm und in einer halben Stunde nach Kühlungsborn. Und wer länger bleibt, kann auch mal einen Tag mit der Fähre nach Dänemark fahren. Also. Uns hat es sehr, sehr, SEHR gut gefallen und wir kommen sicherlich wieder. Sowohl nach Börgerende als auch in die gewählte Unterkunft.

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Ferienwohnung „Sommertraum“
An der Waterkant
18211 Börgerende-Rethwisch


Konditorei Ottilie
An der Waterkant 8
18211 Börgerende-Rethwisch
Di-So 10-18 Uhr


Landhaus Brückner
Kliffstraße 1
18211 Nienhagen
täglich geöffnet
Unbedingt reservieren!


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6 Kommentare

  • Antworten Dani 25. Mai 2016 um 06:56

    Dass war ja mal ne super tolle und gelungne Überraschung! Voll schön! Und die Wohnung sieht echt schön aus! Hach ich will auch mal wieder ans Meer! Gruß Dani

  • Antworten Lisa 25. Mai 2016 um 10:18

    Liebe Mareike,

    ich habe gestern Abend deine Snaps verfolgt und wollte dir hier mal dazu einen Kommentar schreiben.
    Wenn du deinen Blog schon wirklich fünf Jahre hast und sich von den Zahlen nichts verändert hat, muss man sich mal fragen, was hier schief läuft.
    Ich kann jetzt nur von mir sprechen und muss wirklich sagen, dass mir hier ganz klar die Kontinuität fehlt. Du hast ja gesagt, dass du Studentin bist und mit Krankheit zu kämpfen hast. Trotzdem würde ich mir mehr als einen Post pro Woche/zwei Wochen wünschen. Besonders die längere Pause deines Blogs hat ihn in Vergessenheit geraten lassen.
    Zudem sagst du ja auch von dir selber, dass du das „Reisemädchen“ bist. Allerdings würde man dann davon ausgehen müssen, dass mehr als 2 Reisen an die Nordsee pro Jahr anstehen. Oder mal wenigstens eine Reise ins naheliegende Ausland. Wenn ich mich für einen Reiseblog interessiere, schaue ich persönlich lieber auf einem Blog nach, auf dem Reisen nach NYC, Sydney, Moskau oder z.B. Barcelona unternommen werden. Das ist für mich dann eine Reiseblog.
    Natürlich gibt es auch Leser, die sich für die Nordsee oder ähnliches interessieren, aber dann schaut man sich einen Blog an, von dem einfach mehr kommt.
    Das gleiche gilt für deine Rezepte. Es gibt so viele Foodblogs mit so tollen Ideen, aber da wird halt auch viel mehr Zeit reingesteckt und im Idealfall wird jeden Tag ein neues Rezept hochgeladen.
    Dein Blog ist wirklich ganz nett, aber es gibt einfach nichts, was einen hier UNBEDINGT hält. Wenn nach 5 Jahren immer noch keine Reaktion von außen kommt, muss einfach was falsch laufen. Vielleicht solltest du wirklich ein Tagebuch oder ein Kritzelbuch für dich selbst machen, das wäre doch eine tolle Idee 🙂

    • Antworten Mareike 25. Mai 2016 um 12:46

      Liebe Lisa, vielen Dank für deinen Kommentar, den ich ja bei Snapchat schon mehr oder weniger auseinander gepflückt habe, auf den ich hier aber noch einmal vernünftig und mit weniger Ekstase antworten möchte. Meine Zahlen sind sehr kontinuierlich, ja. Es passiert nicht viel und man muss mal schauen, woran das genau liegt, damit hast du absolut recht. Und ich sagte gestern auch, dass ich manchmal überlege, aufzuhören, aber ich würde es nie tun. Dein Kommentar hat definitiv einige Punkte, denen ich zustimme. Mir fehlt die Kontinuität, ja, aber wer meinen Blog verfolgt, weiß auch, dass ich gesundheitliche Schwierigkeiten habe. Ja, die fehlt. Das weiß ich und damit hast du absolut recht! Aber du sagst, es reicht nicht, an die Nordsee zu reisen, man muss viel mehr Zeit rein stecken und im Idealfall jeden Tag einen Post hochladen. Und dem stimme ich absolut nicht zu! Ich finde es nicht in Ordnung, dass du sagst, dass anscheinend kleine Blogs keine Daseinsberechtigung haben. Das ist absoluter Quatsch. Viele Blogs geben mittlerweile eine Latte vor, die man nicht erreichen KANN. Das ist unmöglich! Allerdings auch, weil sie es mittlerweile ihr Hobby zum Beruf gemacht haben. Das schaffe ich nicht. Ich studiere, ich arbeite und ich habe gesundheitliche Probleme, aber ich mache trotzdem weiter. Wenig, aber ich mache weiter. Ich will auch nie zu der „Elite“ gehören. Aber du bist das beste Beispiel, wie das mit den Reaktionen so ist. Erst, wenn man sich aufregt oder jammert, kommt überhaupt mal was. Ich weiß, du schreibst aus deiner Sicht, das ist deine Meinung und die respektiere ich auch. Aber mich würde auch interessieren, wie du es dir vorstellst, wie ich in die Welt reisen und täglich ein Rezept hochladen soll, wenn ich es nicht als Hauptberuf mache, wenig Geld damit verdiene, nebenbei studiere, arbeite und ein soziales Leben habe? Zum „Reisemädchen“: wenn du mein „Über mich“ gelesen hättest, wüsstest du, dass das definitiv nicht auf Reisen in ferne Länder bezogen ist. Ich reise durch das Leben. Und das ist auch ziemlich gut so. Das Leben ist eine ständige Reise und darüber berichte ich nun mal. Mit dem Themenschwerpunkt Ausflüge/Reisen und Essen. Wenn dir andere Blogs besser gefallen, ist das so und das ist absolut in Ordnung, ich finde viele Blogs auch besser. Trotzdem habe ich eine Daseinsberechtigung und die verfolge ich auch weiter und werde bestimmt nicht aufhören. Ich sagte, dass ich manchmal darüber nachdenke, aufzuhören, ich würde es aber nie tun. Und wenn es dir hier nicht gefällt, ist das auch okay. Ich zwinge niemanden, hier zu bleiben.

      Liebe Grüße und einen schönen Tag dir! Mareike

  • Antworten Manfred Weigel 25. Mai 2016 um 17:04

    Liebe Mareike, meine Frau und ich, wir danken Dir für Deine schöne bebilderte, kurzweilige und humorvolle Geschichte über Eure Reise zur Ostsee bis hin zum „Sommertraum“. Der „Sommertraum“ ist nicht von heute auf morgen entstanden, sondern es hat einige Zeit gebraucht, bis er dann den Feriengästen zur Verfügung stand. Es gibt so einen Anspruch, der heißt, man muß seinen Gästen mehr geben, als was diese erwarten. Tritt das ein, hat sich ein Wunsch erfüllt!
    Da Du den Frühling magst, habe ich ein kleines Gedicht für Dich:

    Frühlingsglöckchen fern und nah,
    läuten um die Wette.
    Dieser Klang so rein und klar,
    klingt für uns ganz wunderbar,
    holt uns aus dem Bette.

    Und die Morgensonne lacht,
    scheucht hinweg Gespenster.
    Frühling taumelt ins Milieu,
    silbern glänzt der kleine See,
    offen ist das Fenster.

    Wandre voller Lust durch’s Tal,
    bunte Wiesen grüßen.
    Adler kreisen in der Luft,
    mich verführt der Frühlingsduft,
    möcht’s mit dir genießen.
    Text: Manfred Weigel

    Wir wünschen Die alles Liebe und Gute, vor allen Dingen viel Gesundheit.
    Manfred und Ursula Weigel

  • Antworten Kerstin 4. Juni 2016 um 07:11

    hallo, eine tolle Wohnung, ich bin gleich auf den link gegangen. ich habe mir auch den Kommentar und deine Reaktion durchgelesen und muss dazu etwas sagen. du musst dich nicht rechtfertigen, dass du blogst. solange du keine Verträge hast, besteht keine Notwendigkeit und da komme ich zum anderen Punkt: viele blogs sind inzwischen so professionell, da kommt man nie und nimmer mehr mit. Das hat mit zeit zu tun, aber sie bekommen viele Einladungen und haben Kontakte, die den blog immer besser und interessanter machen. mehr leser – bessere zahlen. normale Leser wissen, dass kaum und es interessiert sie nicht. Aber für den Blogger ist es manchmal traurig, aber man sollte nicht aufgeben, wenn es Spaß macht. Viele Grüße Kerstin

  • Antworten Bianca Katt 24. Juni 2016 um 12:49

    Liebe Mareike, ich bin die Vermieterin von Manfred und Ursula Weigel von dem „Sommertraum“ den Du so wunderschön beschrieben hast. Würdest du es erlauben Deinen kreativen Artikel auf meiner Internetseite unter http://www.ostseeurlaub-direkt.de zu veröffentlichen?
    Sonnige Grüße von der Ostsee
    Bianca Katt

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