15 Stunden in Malmö – Wie ich mal eben spontan mit dem besten Freund nach Schweden fuhr

veröffentlicht in Reisen Schweden am 24. Oktober 2016

Es ist nun knapp acht Monate her, doch irgendwie fühlt es sich an wie gestern. Anfang des Jahres gab es bei FlixBus eine Aktion mit Tickets für 9,90 Euro. Eine Strecke. Und ich war spontan. Wir waren spontan. Mehr als das. Wir haben Tickets gebucht und sind nach Schweden gefahren. Mit dem Bus über Nacht von Hamburg nach Malmö und in der nächsten Nacht wieder zurück. 15 Stunden Städte-Ausflug. Mit Sicherheit nicht unsere beste Idee, aber definitiv eine der aufregendsten.

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Ich war gemeinsam mit meinem besten Freund dort, ohne Plan, einfach spontan. Wir haben vorher ein bisschen Sehenswürdigkeiten und Restaurants recherchiert … also ich habe das getan. Aber letztendlich haben wir uns einfach treiben lassen. Wir sind am Hauptbahnhof angekommen und haben uns dort erst einmal niedergelassen. Um kurz nach sieben hatte kaum etwas auf, um die Zeit schon loszuziehen wäre zu früh gewesen. Wir haben uns ins Espresso House gesetzt, eine Kaffeekette in Skandinavien, ähnlich wie Starbucks, die vor allem in Schweden, Norwegen und Finnland vertreten ist. In Malmö findet man an jeder Ecke ein kleines Café, das liebevoll eingerichtet ist und die Mädels und Jungs hinter dem Tresen sind furchtbar nett. Wir haben uns an dem Tag in den Salted Caramel Latte verknallt. So ein leckeres Getränk und wir hatten den Kaffee auch dringend nötig. Ich habe sehr wenig geschlafen, meine Begleitung auf den acht Stunden Busfahrt gar nicht. Wir hingen total durch, aber die Vorfreude hat uns trotzdem durch den Tag begleitet.

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Nach der Suche nach einem Geldautomaten und dem ersten Kaffee haben wir uns auf den Weg gemacht. Wir haben uns den Bahnhof angeschaut und die Umgebung drum herum, wir haben ein paar Geocaches gesucht und sind einfach gelaufen. Gegen frühen Mittag haben wir uns etwas zu Mittag gesucht. Wir haben einen riesigen schwedischen Supermarkt besucht, und Flat Bread, Wurst und Käse geholt und einfach zusammengerollt. Es wurde langsam kalt, weil es an dem Tag unfassbar windig war und wir genossen es, uns zwischen den Gängen ein wenig aufzuwärmen. Ich habe vieles, was ich kaufen wollte, dort gelassen, weil ich die Woche drauf nach Kopenhagen wollte. Leider musste ich diese Reise stornieren. Ich muss also nochmal wiederkommen.

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Nach dem Essen sind wir weiter gelaufen. Vorbei am Turning Torso, ein paar Tourifotos machen, weiter zum Meer. Wir haben die Wellen ans Ufer klatschen gesehen und standen im Sturm. Es war wundervoll. Ich bin ja sowieso eher ein Schlechtwettermensch. Mit grauem, usseligen Wetter kriegt man mich. Nicht falsch verstehen: ich mag auch Sonne. Sehr. Aber da kann man sich nicht so schön einkuscheln. Es war saukalt. Es fing an zu regnen, aber es war wundervoll! Wir sind durch den Kungsparken, vorbei an der Windmühle und dem Malmöhus weiter zur Stadtbibliothek. Ich habe vorher einiges über die Bibliothek gelesen und Bilder gesehen und konnte nicht anders. Dieser Ort ist magisch. Die große, lichtdurchflutete Halle ist wundervoll. Bei dem schlechten Wetter saßen wir einfach drinnen, haben die Atmosphäre aufgesogen und uns aufgewärmt. Für mich ist das die beeindruckendste Bibliothek, in der ich je war. Wirklich außergewöhnlich!

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Wir sind dann zurück zum Bahnhof, haben noch beim Lilla Torg, dem historischen Marktplatz von Malmö, vorbei geschaut und haben in den warmen Hallen gesessen und das kostenfreie WLAN genutzt. Wir haben ein Brettspiel auf dem Tablet gespielt und Zimtschnecken gegessen. Und natürlich noch einen Salted Caramel Latte getrunken. Gäbe es eine Höchstabgabemenge bei diesem Getränk, hätten wir sie wohl schon überschritten. Wir saßen lange da. Für unsere 6 Kilometer Runde haben wir gut drei bis vier Stunden gebraucht. Wir hatten noch so viel Zeit, aber so wenig Motivation. Wir waren einfach müde und das Wetter war schrecklich. Aber ich war trotzdem happy. Malmö ist eine wundervolle Stadt.

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Recht früh machten wir uns noch auf den Weg zurück in die nahe gelegene Innenstadt. Wir hatten uns zuvor ein Burger Restaurant rausgesucht, das wirklich gut klang und wir hatten so viel Glück! Das Restaurant Surf Shack hat nur wenige Tische. Ich schätze so sieben oder acht, viele davon nur mit zwei Plätzen. Wir bekamen den letzten freien Tisch. Da keiner von uns viel Hunger hatten, bestellten wir jeder eine Portion Pommes und ein Getränk. Eine Portion normale Pommes und eine Portion Garlic Fries. Mit Parmesan, Petersilie und viiiiiiel Knoblauch. Ich glaube, ich habe noch nie so geile Knoblauchfritten gegessen. Das war so lecker. Und die Preise auch in Ordnung. Für eine Portion haben wir knapp 3 Euro gezahlt. Generell ist Malmö und Schweden eher teurer, aber dazu kann man wirklich nichts sagen. Das war toll. Ein kleines Highlight war auch der Gang zur Toilette. Man musste aus dem Laden raus durch den Spülbereich und das benachbarte Asia-Restaurant. So charmant! Freunde von mir waren nur einige Wochen später da und haben ebenso geschwärmt. Wundervoll!

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Die restliche Zeit haben wir weiter im warmen Bahnhof verbracht, einen letzten Salted Caramel Latte getrunken und gewartet. Letztendlich wäre es sinnvoller gewesen, eine Nacht zu bleiben, um nicht ständig am Bahnhof zu sitzen und sich zurückziehen zu können. Der Bahnhof ist schön! Es gibt kostenloses WLAN, viele Möglichkeiten, etwas zu essen, einen kleinen Supermarkt, eine große Halle mit Tischen und Stühlen, einen Starbucks und zwei Espresso Houses. Aber es ist eben kein Bett oder Sofa. Und trotzdem war es schön. Es war so schön. Auch die Rückfahrt war nochmal angenehm, ich habe mehr Schlaf bekommen als auf der Hinfahrt und wir haben direkt den Zug von Hamburg nach Bremen bekommen. Es war so schön. Und ich denke gerne daran. An unsere Spontanität, an die neue Erfahrung, ein weiteres Land zu sehen und all die Eindrücke. Und noch schöner war es, dies mit einem guten Freund teilen zu können. Ich wünsche mich immer wieder gerne zurück.


Espresso House
Skeppsbron 1
211 20, Malmö


Surf Shack
Västergatan 9A
211 21 Malmö

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1 Kommentar

  • Antworten Lidia 27. Oktober 2016 um 17:01

    Das klingt nach einem tollen Erlebnis. Wir haben es bei Städtereisen auch schon so oft erlebt, dass uns die Reise, das Wetter oder unsere Gesundheit dahingerafft haben. Dann zieht man sich halt etwas zurück und erlebt die Stadt auf seine eigene Art. Ich muss sowas auch unbedingt mal wieder machen. 🙂

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