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Kolumne

Ferngesteuert: Wenn die Depression versucht, die Kontrolle zu übernehmen

veröffentlicht in Kolumne Persönliches am 30. Oktober 2017

Ich habe die letzten zwei Stunden an einem Artikel gesessen. An einem Post, der einen Tag meines Lebens im Detail beschrieben hätte. Und ich habe mittendrin einfach aufgehört. Ich habe den Abend über viel geweint, nachdem ich eigentlich einen schönen Abend hatte. Generell die letzten Wochen. Es gibt vielerlei Gründe dafür. Menschen, Studium, Stress, Arbeit und dieses verdammte Datum! In wenigen Tagen jährt sich mein Klinikaufenthalt ein zweites Mal. Der Aufenthalt in der geschlossenen, psychiatrischen Abteilung des Klinikums. Irgendwie sollte alles raus, aber an einem Punkt konnte ich einfach nicht mehr weiter schreiben. Mir fehlte jegliches Gefühl dafür. Und trotzdem ist es so präsent und macht mir Angst. Angst vor den kommenden Tagen.

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Von dem Wunsch, weit weg zu sein

veröffentlicht in Kolumne Persönliches am 25. Juni 2017

Ich kämpfe nun seit vier Jahren gegen die Depressionen. Vier Jahre, in denen ich das ein oder andere Tief mitgemacht habe, vier Jahre, in denen mich viele Menschen durch gute und sehr schlechte Zeiten begleitet haben. In der gesamten Zeit hatte ich recht wenige Konstanten. Es ging auf und ab. Auch die Menschen haben gewechselt, meine Lebensumstände, meine Berufe, mein Gewicht. Eigentlich alles. Es gab nur eine Konstante, die mich nie verlassen hat: ein Wunsch. Ein kleiner Traum. Ein Hirngespinst. Wenn es mir schlecht geht, habe ich den Wunsch, zu flüchten und mal wieder zur Ruhe zu kommen. Dann möchte ich einfach nur weg. Immer in eine Richtung. Immer Richtung Norden. Schon seit meiner Jugend fasziniert mich Skandinavien, doch ich war nie dort. In meinem Kopf hat sich eine kleine Traumwelt erschaffen. Und so stelle ich es mir vor …

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Wie mich ein Zusammenbruch und eine fremde Stadt lehrten, dass ich mehr bin als eine Krankheit

veröffentlicht in England Kolumne Persönliches Reisen am 16. April 2017

In den letzten Monaten hatte ich den ein oder anderen Rückschlag und immer wieder Probleme mit meinen Depressionen. Es gab Tage, da kam ich gar nicht aus dem Bett. Tage, an denen ich ohne Grund ewig geweint habe. Und es gab immer wieder Menschen, die mich unbewusst tiefer in diesen Sog gedrängt haben. In vielen dieser Situationen habe ich einen Flucht-Reflex gehabt, doch letztendlich bin ich immer wieder geblieben. Mir fehlten einfach die Möglichkeiten. Mir fehlte der Mut. Und dann kam ich an einen Punkt, an dem es nicht mehr anders ging. Und ich buchte London. Dass das alles verschlimmern würde, hätte ich nie gedacht.

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Die Angst vor dem Reisen

veröffentlicht in China Kolumne Persönliches Reisen am 6. Januar 2017

In elf Tagen sitze ich im Flieger. Alles ist vorbereitet. Sogar ein Teil meines Gepäcks steht schon bereit. Meine Packliste ist fertig. Ich muss nur noch ein neues Asthmaspray abholen und den Koffer packen. Ich bin vorbereitet für die Reise meines Lebens. Aber ich bin nicht bereit.

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Die Dämonen in meinem Kopf

veröffentlicht in Kolumne Persönliches am 29. September 2016

Eigentlich wollte ich diesen Text nicht veröffentlichen. Oder erst in einem Monat, wenn mein Aufenthalt in der Klink ein Jahr her ist. Aber irgendwie passt es gerade. Es passt alles. Und es passt gar nicht. Ich weiß auch nicht. Ich habe mir vorgenommen, mehr über meine Krankheit zu schreiben, weil sich viele Menschen angesprochen gefühlt haben bei meinen Texten und ich manchmal einfach hoffe, dass ich ihnen damit helfe, dass es ihnen nicht so schlecht geht wie mir.

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