Drei Dinge, die ich als Kind sehr gerne über die Lüneburger Heide gewusst hätte

veröffentlicht in Deutschland Niedersachsen Projekte am 9. September 2017

Seit mehreren Monaten steht nun ein Punkt auf meiner ToDo-Liste, der mittlerweile sogar mit einem dicken Ausrufezeichen gekennzeichnet ist: „Blogpost Lüneburger Heide“. Bereits Ende Mai durfte ich die Heide ein weiteres Mal besuchen und habe so unfassbar viel erlebt! Ich hatte so eine schöne Zeit und trotzdem habe ich es nicht geschafft, diese Erfahrungen in Worte zu fassen. Ich wollte einen Post schreiben der Substanz hat. Nicht einfach nur einen Erlebnisbericht oder einen Reisebericht. Mir fehlte der Aufhänger. Und so habe ich immer wieder den richtigen Moment verpasst. Seit knapp einem Monat blüht die Heide nun und ich habe mir fest vorgenommen, euch darauf zu schubsen, aber irgendwie war es nie der richtige Moment mein Kopfchaos niederzuschreiben. Dann war ich über eine Woche krank und jetzt ist schon Anfang September. Und auch, wenn ich noch immer irgendwie das Gefühl habe, die schönen Erlebnisse des Wochenendes in einer Schatztruhe verwahren zu müssen, möchte ich heute mit einem Post starten. 3 Dinge, die ich als Kind sehr gerne über die Heide gewusst hätte.

1. Ich hatte die Heide vor den Füßen

Ich bin in Scharnebeck aufgewachsen. Ein kleiner Ort im Landkreis Lüneburg. Manch einer mag jetzt direkt hellhörig werden. Ja, es heißt Lüneburger Heide. Und doch war die Heide für mich als Kind nie wirklich greifbar. Ich habe damals schon gelernt: Lüneburg liegt nicht in der Lüneburger Heide. Immerhin sind das knapp 40 Kilometer Entfernung. Für mich als kleiner Krümel unfassbar weit. Und doch habe ich nie realisiert, dass wir zu meiner Oma immer das doppelte an Strecke gefahren sind. Ich hatte keine Ahnung, was ich verpasst habe. Und doch erinnere ich mich an so viele Sonntage, an denen ich vor Langeweile fast gestorben wäre und meine Eltern wahnsinnig gemacht habe mit meiner Fragerei: „Was machen wir heute?“. Es wäre so einfach gewesen in die Heide zu fahren. Na gut, Mama und Papa haben auch nicht daran gedacht, aber wie hätten sie auch ahnen können, dass ich Gefallen daran gehabt hätte. Niemand hat jemals daran gedacht, dass die Heide mehr bietet, als ein paar Schnucken und Natur. Action, gastronomische Vielfalt, Spaß für Groß und Klein, Wanderwege, etc. Aber ich bin ja noch jung. All das zu erkunden habe ich noch genügend Zeit.

2. Heidschnucken leben nicht auf einer Weide

Ich war früher der festen Überzeugung, dass Heidschnucken auf einer Weide grasen. Schäfer waren für mich lustige Menschen mit Hut, die einen Hund hatten und ständig am selben Platz darauf aufpassten, dass die Heidschnucken nicht durch den Zaun abhauen. Zaun! Alleine die Vorstellung, dass die Heidschnucken ständig eingezäunt sind, bringt mich heute zum Lachen. Der Schäfer führt seine Herde immer wieder zu einer anderen Wiese und die Schäferhunde helfen ihm dabei. Die vielen Schnucken in freier Wildbahn zu sehen, war auf meinem Ausflug ein großes Abenteuer für mich. Und die Hunde erst! Unfassbar goldig und so gehorsam! Erst da habe ich begriffen, welch ehrenwerter Beruf der des Schäfers ist. Bei Wind und Wetter geht es raus, immer mal wieder an ein anderes Fleckchen der Heide. Man braucht viel Geduld und einen festen Stand. Für mich wäre das ja nichts. Schön zu sehen ist es trotzdem. Die Energie des Schäfers oder der Schäferin wird jedoch nicht nur in das Hüten gesteckt, sondern auch in die Erziehung der Hütehunde. Zu sehen, wie schnell und aufmerksam die Hunde reagieren, von alleine die Schafe wieder zusammentreiben und der jüngere Hund dem älteren folgt, ist so faszinierend! Sicherlich muss man eine Leidenschaft für diesen Beruf haben, aber wenn man ihn dann hat, kommt man bestimmt auch nicht mehr davon los.

3. Natur bietet mehr Vielfalt als Wald und Wiese

Ich war schon immer ein Draußenkind. Zugegebenermaßen sitze ich jetzt sehr viel vor dem Computer, aber als Kind war es teilweise schwer, mich nach drinnen zu bekommen. Ich war im Waldkindergarten, habe in der Schulzeit viel draußen gespielt und war im Sommer total braun, weil ich so viel Zeit im Garten oder bei den Nachbarskindern verbracht habe. Für mich gab es jedoch lange nur grün oder braun. Wiese oder Wald. Feld oder Acker. Mehr hat sich für mich nicht erschlossen. Da ich auch eher Meer- als Bergliebhaber war, habe ich nie wirklich was anderes gesehen. Zumindest bewusst. Und so wurde Natur irgendwann auch ein wenig langweilig. Heute weiß ich, es gibt mehr und ich will noch so viel mehr sehen. Und nein, ich habe bis heute keine blühende Heide gesehen außer im Supermarkt, der Gärtnerei oder vereinzelt beim Vorbeifahren. In der Zeit, in der wir in der Heide waren, war keine Blütezeit, aber man sah überall ein Meer aus Pflanzen, viele Wacholderbüsche und Bäume. Die Natur hat so viel mehr zu bieten als Wald und Wiese!

Zusammengefasst: Ich muss öfters in die Heide. Es ist so schön dort! Und ich habe trotz zweier Bloggerreisen noch lange nicht alles der Schönheit erfasst. Ich will mehr davon. Und ich werde mir diese Erfahrungen zusammensammeln. Und darauf freue ich mich schon sehr.

Was sonst noch kommen wird über die Heide? Die kulinarische Seite, ein besonderer Moment und actionreiche Ausflugsziele. Warum ich das jetzt schon ankündige? Damit ich keine Ausrede mehr habe, meine Gedanken nicht nieder zu schreiben.

*Zum Bloggerwochenende in der Heide wurde ich durch Bispingen Touristik eingeladen und möchte mich an dieser Stelle noch einmal herzlich für die schöne Zeit bedanken. Dieser Post enthält Werbung.

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